Personalentwicklung 4.0: Mitarbeiter brauchen Überforderung und ein Ablaufdatum. Echt?

Personalentwicklung 4.0: Mitarbeiter brauchen Überforderung und ein Ablaufdatum. Echt?

Sie können wohl ein mehrstrophiges Lied davon singen: „Innovation ist wichtig.“ „Agilität ist das Ziel.“ etc. etc. Irgendwie kommt aber doch immer der Alltag dazwischen und in den Mitarbeiterköpfen schleicht sich die Gewohnheit ein – von Agilität und Innovation ist dann keine Rede mehr. Braucht es ein Verfallsdatum für alles – und jeden –, um das zu ändern?

Wer nicht agil genug ist, wird schnell aus der Umlaufbahn geworfen. Im Hause Umsetzer spricht man dabei gar von einem Bedarf der Stagility – Agilität, kombiniert mit der nötigen Stabilität. Nice. Und wie umsetzen? Wie entkommen Unternehmen dem lähmenden Tagesgeschäft? Wie hält man Mitarbeiter und Management beweglich?

HR-Transformation – first

Der Personalabteilung kommt in der Organisationsentwicklung eine essenzielle Rolle zu: Schließlich entspringt hier, im Idealfall, die gepflegte Unternehmenskultur. Gezielte Personalentwicklung 4.0 sollte das Innovationsdenken in jedem Mitarbeiter wecken. Kurz: Die gelebte Agilität hat ihr Zentrum im Human Resources-Bereich.

In der logischen Konsequenz heißt das, die Personalabteilung darf bei der Transformation einer Organisation natürlich nicht vergessen werden bzw. MUSS von Anbeginn einbezogen werden. Die neuen unternehmerischen „Spielregeln“ werden hier festgelegt. Erstarrte Abteilungen und festgewachsene Mitarbeiter sollten für das HR-Team ein selbstverständliches No-Go sein, um entsprechende Maßnahmen zur Agilitäts-Förderung entwickeln zu können. Transformation BEGINNT in der HR-Abteilung.

Ausgeplüscht!

Anstoßen, antreiben, sowohl Mitarbeiter als auch Manager in Bewegung halten – Aufgaben der Personalentwicklung 4.0. Sie muss, unverblümt ausgedrückt, der Stachel im Fleisch sein. Mitarbeiter vor Veränderungen zu „beschützen“, ist genau das Gegenteil der benötigten Anregung. Nichts widerspricht Agilität mehr, als Couchpotato-Angestellte, die unterfordert, einwattiert oder schlicht unterschätzt werden. Es hat sich ausgeplüscht! Für die Weiterentwicklung des Einzelnen und der Organisation braucht es Förderung, Forderung und manchmal auch sehr bewusst die Überforderung.

Tick. Tack.

Doch was tun, damit der Innovationsgeist im Tagesgeschäft nicht schleichend aus seiner Flasche entweicht? Ablaufdaten. Prozessen ein Verfallsdatum setzen und dieses perspektivisch im Terminkalender vermerken. Lassen Sie sich zeitgerecht wachrütteln, dass Ihr Konzept inzwischen möglicherweise zu starr geworden ist. Evaluieren Sie nicht nur den Erfolg Ihrer Prozesse, sondern auch das Realisierungs-Zeitfenster. Ist der Zeitrahmen straff genug? Sind die gesetzten Etappenziele noch relevant, realistisch – und notwendig? Ein kritischer, ehrlicher Blick ist hier essenziell und kann enorm viel Agilität ermöglichen. Für die Personalentwicklung 4.0 bedeutet das schlichtweg: Hinterfragen Sie die Performance sowie die Job Description Ihrer Mitarbeiter regelmäßig und geben Sie ihnen den Anstoß, dasselbe zu tun! Wenn ein Stichtag drastisch genug ist, um den eingeschleppten Alltag zu unterbrechen – warum nicht?

Hochgezogene Augenbrauen darf ich an der Stelle relativieren: Angst, Stress oder konstante Überforderung sind NICHT zielführend. Nie. Alles, auch Reize wie Stichtage, müssen gezielt und in vorsichtigem, durchdachtem Maß eingesetzt werden.

 

Personalentwicklung 4.0 – gezielte Überforderung und Verfallsdaten zur Steigerung der Innovationsfähigkeit –, …
… das braucht Digitalisierung.